Meine Zeit in Gambia vom 29.10.-02.12.2016 –
Bericht von Wiebke Mangold

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin am Universitätsklinikum Heidelberg wird uns auch ein Einsatz außerhalb des Klinikums vorgegeben. Diesen dürfen wir zum Beispiel in einer Kinderarztpraxis, einer Mutter-/Kind-Kur Einrichtung oder, wie in meinem Fall, in einem Kindergarten im Ausland absolvieren. Durch die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa ist das Interesse an einem Einsatz in einem afrikanischen Land bei mir stark gewachsen. Über Recherchen im Internet bin ich auf den „Kindergarten Wattenscheid in Gambia“ gestoßen. Ich war super glücklich und auch etwas aufgeregt, als mir recht bald tatsächlich ein Praktikumsplatz in dem westafrikanischen Land zugesagt wurde. – Da ich, um ehrlich zu sein, zu der Zeit wenig Ahnung von Afrika hatte, waren die Tipps zur Vorbereitung, seitens des Vereins in Deutschland sehr hilfreich.

Dick eingepackt, mit Winterjacke und Schal, frisch geimpft und mit viel Gepäck, ging es dann (sehr) früh morgens am Samstag, den 29. Oktober 2016 los Richtung „Abenteuer Afrika“. Gegen 17 Uhr (Ortszeit) landete ich in der Hauptstadt des kleinsten afrikanischen Festlandstaates, in Banjul. Mein erster Impuls, als ich aus dem Flugzeug stieg: „Oh, DAS ist jetzt wirklich warm, schnell die Winterjacke aus (33 Grad Celsius)“, „Das ist der Flughafen? –meine Sorge, ich würde nicht wissen, wo ich hinmuss, hatte sich mit der absoluten Überschaubarkeit des Flughafens auch schnell erledigt“. „los geht’s!“. Nachdem ich mein Gepäck wieder bei mir hatte, wurde ich in der Flughafenhalle überaus freundlich von der Schulleiterin, Hawa Sanneh, und dem Fahrer des Kindergartens, Madu, empfangen und wir fuhren los Richtung Brikama, der Stadt, in der der Kindergarten ist. Auf unserem Weg dorthin konnte ich schon viele erste Eindrücke gewinnen, die meinem Bild von Afrika teilweise entsprachen: Die sehr freundliche Art und Umgangsweise der Gambier, die super schönen bunten Kleider der gambischen Frauen, aber auch die nur teilweise asphaltierten Straßen und die einfach gebauten Häuser. Im Kindergarten angekommen, zeigte mir Hawa das Gästehaus, das sich direkt auf dem Gelände des Kindergartens befindet. Es stand schon abgepacktes Trinkwasser bereit, wofür ich sehr dankbar war. Hawa kümmerte sich auch gleich darum, dass ich mein europäisches Geld in gambische Dalasi wechseln konnte. Mein Tag ging vorbei und ich wollte nur noch schlafen.
Den nächsten Tag (Sonntag) nutzte ich zum Ankommen und Auskundschaften des Kindergartens und machte schon erste Bekanntschaften mit dem Tagwächter, der jeden Tag den Kindergarten von morgens bis abends bewacht, mit David, der als Lehrer im Kindergarten unterrichtet und mit seiner Familie auf dem Gelände des Kindergartens wohnt, und mit Doudou, dem Sohn des Zahnarztes (der Dental Station), der ebenfalls mit seiner Familie im Kindergarten wohnt.

Das Gästehaus und die große Halle:

                              

Montag, der 31.10.2016:
Mein erster Tag im Kindergarten, begann um 08:30 Uhr mit einer großen Begrüßung seitens des gesamten Teams und den Kindergartenkindern. Es wurde gebetet, gesungen und jeder Lehrer hat sich mir vorgestellt und hat mir seine Klasse gezeigt. Der Kindergarten umfasst 15 Klassen mit rund 450 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, unterrichtet werden sie von etwa 18 Lehrkräften. Für die erste Woche war ich der Klasse „Level 1 blue“ zugeteilt, die von Fatoumata Sanneh (Manis) unterrichtet wird. Manis ist etwa in meinem Alter und wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Da in „Level 1“ die Kleinsten unterrichtet werden und wir fast wortwörtlich um ihre Aufmerksamkeit „kämpfen“ mussten, haben wir mit ihnen viel gesungen und sie dazu animiert, einzelne Sätze und Wörter, wie Familienmitglieder, Gemüse und Obst in der offiziellen Landessprache Englisch, nachzusprechen, im Chor zu singen, oder sogar schon einzelne Buchstaben zu schreiben. Es kam auch das ein oder andere Mal vor, dass ich mit den Kindern sprechen wollte und sie mich anschauten, als hätte ich gerade deutsch geredet, unser Englisch unterscheidet sich nämlich schon ziemlich in der Aussprache von dem in Gambia gesprochenen. – aber alles kein Problem, die Lehrer haben gedolmetscht!   Von Montag bis Donnerstag wird vom Kindergarten ein Frühstück für die Kinder gestellt, anschließend putzen sich die Kinder, Klasse für Klasse, selbstständig mit den im Kindergarten aufbewahrten eigenen Zahnbürsten die Zähne. Der Schultag endet um 13:30 Uhr.

Ganz überraschend aber, nicht sehr ungelegen kam am Dienstag, den 01. November für mich schon der erste „Public Holiday“ in Gambia. Ich hatte somit Zeit, auch Brikama etwas zu erkunden. Zu meinem Erstaunen kam ich sogar dazu, in einem Minimarkt in Deutschland produzierte Lebensmittel, wie Milch, Cornflakes und Haferflocken zu kaufen.
Im Laufe der Woche hatte ich mich auch langsam an die zu Anfang SEHR drückenden Temperaturen, bis zu 37 Grad Celsius, gewöhnt.

Meine erste Kindergartenwoche endete am Freitag wieder mit einem Gottesdienst und der Ansprache eines Lehrers und ein Quiz. Bei diesem Quiz, das jeden Freitag zwischen den beiden „Level 3“-Klassen angenehm spielerisch stattfindet, werden die Klassen über das Gelernte der nun vergangenen Woche abgefragt. Die Gewinnerklasse bekommt als Preis Spielzeug, das sie für eine Woche bis zum nächsten Freitag stolz als „ihres“ bezeichnen darf.

Fotos: Quiz am Freitag mit Preisübergabe

                                   

In den darauffolgenden vier Wochen besuchte ich unterschiedliche Klassen, wodurch ich Erfahrung in den stetig steigenden Ansprüchen an das Können der Kinder aller 3 Level sammeln konnte. Unterrichtsinhalte waren: Mathematik, Englisch (lesen und schreiben), und eine Art Naturkunde, wo der Körper, Tiere, Gemüse, Früchte usw. durchgenommen wurde. –  sehr unterhaltsam war, dass ich leider absolut keine Ahnung von gambischen Früchten, wie z.B. bitter tomato und okra hatte, und man mir das dann vor dem Unterricht erst mal selber beibringen musste.
Wichtig war auch die tägliche Hygiene, wie das tägliche Zähneputzen nach der Mahlzeit. Sehr beliebt bei den Kindern waren die Jolly Phonics, das sind lustige Lieder in denen die Laute der Buchstaben den Kindern nähergebracht wird.

Die Jolly Phonics und ein Plakat aus einem Klassenraum:

             

Über den Nachtwächter des Kinderdorfs Bottrop in Gambia, der auch in Brikama ist, erfuhr ich, dass dort ebenfalls gerade zwei deutsche Mädchen als Praktikantinnen arbeiteten, Anne und Hannah. Über SMS-Kontakt, trafen wir uns an einem Nachmittag und sind an den Strand gefahren. Es war ein super Gefühl, sich mal wieder auf Deutsch auszutauschen – vor allem über das Megathema der Präsidentschaftswahlen in Gambia am 01. Dezember.
Im Nachhinein bin ich fast ein bisschen stolz, dass ich bei einem so „revolutionären“ Ereignis im Land war. Schon Wochen vor der Wahl wurde heiß diskutiert, wie sie wohl ausgehen würde. Das gambische Volk war, soweit ich das beurteilen konnte, nach 22 Jahren Diktatur entschlossen, Präsident Yahya Jammeh abzuwählen. Sehr spannend war die Situation, als bereits drei Tage vor der Wahl, ohne Ankündigung, das Internet im Land abgeschaltet wurde. Außerdem konnte ich weder zu meinen Eltern nach Deutschland noch innerhalb Gambias telefonieren. Als dann aber am Freitag, den 02. Dezember bekannt gegeben wurde, dass der Oppositionskandidat Adama Barrow tatsächlich die Präsidentschaftswahlen gewonnen hatte, wurde überall erleichtert aufgeatmet und die Menschen sind auf die Straße gestürmt und haben Musik gemacht und sich so sehr gefreut! Was für ein herrliches Ende meiner Afrikareise, denn der 02. Dezember war gleichzeitig auch mein letzter Tag in Gambia.

20-Jährige hilft Kindern in Afrika

Die 20-jährige Deutsche übt in der Klasse mit den Kleinen: hier wird gerade gemalt. Konzentriert gucken die gambianischen Mädchen hin und machen mit.

Wiebke Mangold will Kinderkrankenschwester werden und hat dafür ein fünfwöchiges Praktikum im Kindergarten Wattenscheid in Gambia absolviert.
Der lange, angespitzte Bleistift wirkt fast zu groß in der kleinen Mädchenhand. „Zahlen malen“ heißt es im Unterricht der ersten Klasse im „Kindergarten Wattenscheid in Gambia“. Heute ist die „2“ dran. Trotz voller Konzentration der Vierjährigen will der Stift der Vorlage kaum folgen, aber „Lehrerin“ Wiebke hilft geduldig. Wobei die 20-Jährige gar keine Pädagogin ist – sie arbeitet als Praktikantin für das Schulprojekt im westafrikanischen Kleinstaat.

Wiebke Mangold aus Heidelberg möchte Kinderkrankenschwester werden, hat für ihren Ausbildungsweg ein fünfwöchiges Auslandspraktikum gewählt und ist über das Internet auf die Vorschule, die seit mehr als 35 Jahren ihre feste Wurzeln in der Hellwegstadt hat, aufmerksam geworden. Seit Ende Oktober hat sie vor Ort jede Menge Erfahrungen gemacht. „Ich bin das erste Mal in Afrika, klar, etwas Skepsis war schon da. Vieles hatte ich mir anders vorgestellt, aber ich war total überrascht, wie freundlich und offen die Menschen in Gambia sind!“

Ein Mitarbeiter der Dentalstation der Uni Witten/Herdecke, mit dem der Kindergarten WAT auf demselben Grundstück gemeinsam agiert, habe sie quasi „adoptiert und überall hin mitgenommen. Auch zu Familien, deren Angehörige auf dem so genannten backway, dem Weg, der Flucht aus sozialen Missständen nach Europa sind. Viele dieser jungen Menschen hoffen dort wohl auf eine kleine Chance, Geld nach Gambia schicken zu können, damit es die Familie hier leichter hat, den Alltag stemmen zu können.“ Das ist schwer angesichts der Preise, die seit Jahren ständig steigen – die Einkommen sind minimal geblieben. Ein Liter Autobenzin kostet aktuell so viel wie in Deutschland. „Ich war auch bei Familien zu Gast, deren Angehörige auf dem backway gestorben sind, das ist so heftig und macht sehr traurig.“

Denkanstoß für die eigene Zukunft
Jeder Tag in Gambia, sagt Wiebke, sei abwechslungsreich und besonders, „das erdet mich.“ Der Alltag in Gambia ist nicht immer so unterhaltsam und fröhlich wie mit den Kleinen aus der ersten Kindergarten-Klasse zu üben, zu singen oder zu malen. Zwei ihrer neuen Bekannten hatten einen schweren Verkehrsunfall, „das Geld für das Röntgen der Verletzungen konnten sie nicht bezahlen“. Die 20-Jährige hat dazu in ihre Reisekasse gegriffen und hofft, dass die jetzt mögliche ärztliche Behandlung zum guten Ende führt. Was Wiebke Mangold einen neuen Denkanstoß für ihre eigen Zukunft gegeben hat: „Zurückkehren nach Gambia als Kinderkrankenschwester.“

Bericht und Bild von Rolf Schulte

Gambia Aktuell – September 2015

Wie aus der Presse und dem Fernsehen zu entnehmen war, gab es in Gambia in diesem Jahr extrem starke Unwetter mit Stürmen und großen Wassermassen. Zum Glück weitgehendst davon verschont blieben unser Gelände, die Solaranlage und die Gebäude unseres Kindergartens.

 

Etwa zeitgleich veranstaltete die Golfrange in Dortmund-Wambel ihr diesjähriges Sommerfest mit Tombola und Wettkämpfen. Wenn auch das Wetter nicht mitspielte, so war der Gewinn für unsern Kindergarten wieder erfreulich.

Dank sagen wir den Mitarbeitern und insbesondere Herrn Lode und Herrn Glass von der Golfrange als Organisatoren und für die erneute Spende.

 

Mit einiger Verzögerung durch die Ferien in Gambia erreichten uns erst in diesen Tagen Bilder von der Abschlussfeier für die 147 Kinder, die zur Primary-School gewechselt haben.

                    

Natürlich wurden auch in diesem Jahr wieder aus jeder Klasse des Entlassungsjahrganges die zwei besten und eifrigsten Kinder für unser Förderprogramm vom Komitee bestimmt.

 

Ab 28. September läuft dann der Kindergartenbetrieb wieder wie gewohnt. Bis dahin werden noch Dach und Decke im Büro erneuert und alle Klassenräume mit Solarstrom versorgt werden. Angeschlossen werden soll auch die Brunnenpumpe zur Bewässerung unseres Schulgartens.

Gambia aktuell (Juli 2015)

Seit dem 24. Juni sind Ferien in Gambia. Auch unser Kindergarten hat seine Pforten geschlossen. Wo sonst fröhliches Lachen und Kinderlärm schon von weitem zu hören sind, herrscht eine ungewöhnliche Stille. 147 Kinder haben in diesem Jahr den Kindergarten verlassen. Denen stehen 150 Neuaufnahmen gegenüber.

Erneuert werden z.Zt. die Decken in Hawas Büro und dem des Buchhalters, die von Termiten stark „angeknabbert“ sind.

Ende Juli kommt Hawa für 4 Wochen nach Deutschland um u.a. ihre Kinder zu besuchen. Auch wir hoffen auf ein Zusammentreffen mit ihr. Es wäre natürlich sehr schön, wenn sie am 16. August beim Sommerfest der Golf-Range in Dortmund-Wambel dabei sein könnte, auch als Anerkennung und Dankeschön für die schon mehrjährige Unterstützung des Kindergartens durch eine Tombola und Einnahmen aus Golf-Schnupperkursen, die angeboten werden.
Gäste und Freunde des Vereins sind gerne gesehen. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit eines kurzen Wiedersehens mit Hawa.

Eltern sagen Danke

Aus Gambia erreichte uns dieser Brief, den wir mit Übersetzung wiedergeben:

„It is a pleasure for me to write on behalf of my children and self to show our appriciation to kindergarten-wattenscheid,brikama kabafita,Banjul The Gambia.for there tireless efforts in helping our children in regards to the up liftment of there education,health and everything they doing for us.
As education is the key toa better future for everyone,but for millions of children,going to school is no easy matter.
so we are so proud to have you kindergaten-wattenscheid brikama kabafita and we once again Thank you for the free school uniform and pair of shoes for every child not mentioning the  food our children enjoy eating by the day for free.as it is hard for anyone to concentrate on learning if your tummy is rumbling.
In Respect of these facts,my specially thanks to the management of Kindergarten-Wattenscheid,school staffs and donors for the free education brought to the door step of our children.thurms up to you all.“
concern parent

        
Es ist eine Freude für mich, im Namen meiner Kinder und meiner selbst zu schreiben, um unsere Dankbarkeit gegenüber dem Kindergarten-Wattenscheid, Brikama Kabafita, Banjul, The Gambia, zu zeigen, für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Unterstützung unserer Kinder hinsichtlich der Förderung ihrer Bildung, Gesundheit und für alles, was er für uns tut.
Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft für alle, aber für Millionen von Kindern ist es nicht einfach, zur Schule zu gehen.
So sind wir sehr stolz, den Kindergarten-Wattenscheid, Brikama Kabafita zu haben, und wir danken Ihnen nochmals für die freie Schuluniform und das Paar Schuhe für jedes Kind, um nicht das Essen zu erwähnen, das unsere Kinder von Tag zu Tag frei bekommen, denn es ist schwer für jedermann, sich auf das Lernen zu konzentrieren, wenn der Magen knurrt.
Im Hinblick auf diese Tatsachen geht mein besonderer Dank an die Verwaltung des Kindergarten-Wattenscheid, das Schulpersonal und die Spender für die kostenlose Ausbildung, die sie unseren Kindern zukommen lassen.
Viel Glück Ihnen allen
Eltern des Kindergartens

Ebola in Gambia

Gambia beendet Reisebeschränkungen wegen Ebola!
WHO erklärt Gambia und Senegal für Ebola frei!
Medikamente und Impfstoff gegen Ebola in der Erprobung auch am Menschen.

Fast täglich gibt es neue hoffnungsfrohe Meldungen in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Das macht Mut auf dem Weg zur Besiegung der Seuche.
Fast überall sind die Zahlen von Erkrankungen rückläufig. Nicht wenig haben auch die betroffenen Länder selbst durch allgemeine Vorschriften der Hygiene und spezielle Prophylaxe dazu beigetragen.
Schon vor einiger Zeit hatten wir an dieser Stelle über Maßnahmen speziell in unserem Kindergarten berichtet. Da gab es Seife und Desinfektionsmittel auf den Toiletten und Reinigungsstellen. Das Essen mit bloßen Händen war den Kindern streng untersagt und wurde auch kontrolliert. Besondere Aufmerksamkeit galt der Reinigung von Essgeschirr und Bestecken.
Nun berichtet eine kleine Gruppe, die in diesen Tagen von einer Reise nach Gambia zurückgekehrt ist, über weitere allgemeine Maßnahmen. So wird bei allen Einreisenden noch am Flughafen die Körpertemperatur gemessen und an den Eingangstoren von Schulen, Kindergärten und öffentlichen Stellen, teilweise auch auf Märkten, stehen Wasserbehälter mit Hand-Desinfektionsmittel bereit.
Die betroffenen Staaten sehen die Situation durchaus als ernst an und leisten ihren Beitrag zur Bekämpfung. Die Hoffnung, bald wieder unbesorgt nach Westafrika reisen zu können, ist nicht unberechtigt.

Gambia Aktuell (November 2014)

 

Momodou Samateh gestorben

Für alle unfassbar verstarb am 21. Oktober 2014 der langjährige Leiter der Technical High-School im „Kinderdorf Bottrop“, Momodou Samateh. 25 Jahre lang hatte er die Gründung und den Aufbau der Bottrop School führend mitgeprägt. Seiner Familie gilt unser tiefes Mitgefühl.
Für alle, die jemals an einer Patenfahrt teilnahmen, ist Momodou ein Begriff. Wenn irgendwie möglich, ließ er es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Hawa und anderen die Ankömmlinge am Flughafen zu begrüßen und während ihres Aufenthaltes zu begleiten. Wir alle werden ihn sehr vermissen.

 

Fahrzeug ausgeraubt

Wie im September-Bericht erwähnt hat der Verein einen weiteren Kleinbus für den Kindergarten nach Gambia geschickt. Das Fahrzeug ist am 14. Oktober auch gut dort angekommen, leider war jedoch die gesamte Beiladung bestehend aus Ersatzrädern, Beschriftungs-Folien für die Autos, einigen Fahrrädern und besonders wichtig Material für die Dentalstation wie Zahn-Füllungen, eine UV-Lampe, Zahntupfer, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel etc. gestohlen worden. Selbst das Autoradio wurde ausgebaut.

Bericht von Ana Kurzrock, Praktikantin im Kindergarten im Februar 2014

Gambia – das kleinste Land Afrikas und mein größtes Abenteuer. Am 08.02.2014 ging die große Reise los. Nach einigen Stunden Flug kamen Linda (sie berichtete in ihrem Blog http://outofgambia.jimdo.com über unser Praktikum) und ich am Banjul Airport an. Dort wurden wir von Hawa, der Schulleiterin des Kindergartens Wattenscheid, bereits erwartet. Auf der Fahrt zu dem Kindergarten konnten wir schon erste Eindrücke sammeln. Besonders erstaunt war ich darüber, dass Schafe, Ziegen und wie ich später feststellte auch Kühe frei auf der Straße umher laufen konnten.

Unsere Ankunft auf dem Gelände des Kindergartens ließ mich über die Größe des Gästehauses staunen. Nachdem wir uns unsere Zimmer ausgesucht hatten und unsere neuen ungeliebten Mitbewohner – die Spinnen – verscheucht hatten, ging unser erster Tag in Brikama zu Ende.

Nach einem Ruhetag begann am Montag um 8 Uhr die Schule. Die Kinder waren sehr neugierig. Sie kamen auf uns zu und schüttelten uns höflich die Hände. Auch die Lehrer begrüßten uns freundlich. In der all montag- und freitagmorgens stattfindenden Assembly, einer Versammlung, wurden wir den SchülerInnen und LehrerInnen vorgestellt. Wir wurden mit einstudierten Liedern herzlich willkommen geheißen. Danach wurde uns das Schulgelände gezeigt. Unser erster Praktikumstag in den Klassen konnte beginnen. Ich begleitete die Klasse Level One Red. Die Klassen sind in drei Stufen (Level One, Level Two und Level Three), sowie in fünf Parallelklassen, die nach den Farben rot (red), grün (green), blau (blue), weiß (white) und gelb (yellow) eingeteilt.

Der Schultag gestaltet sich wie folgt: Zunächst wird die Anwesenheit der SchülerInnen geprüft. Der Vormittag wird vor allem mit dem Singen sogenannter Jolly phonics verbracht. Dies sind Lieder, in denen ein Buchstabe und dessen Laut erlernt wird. Am späten Vormittag findet das Frühstück statt. Es findet in der eigens dafür errichteten Halle statt. Ich durfte das Geschirr aus der Klasse dorthin bringen, das Essen aus der Küche holen und den Kindern verteilen. Es gab drei wechselnde Gerichte: Milchbrei, Hirsebrei mit Butter und ein Bohnen-Fisch-Eintopf. Nach dem Frühstück folgt das Zähneputzen. Dies ist ein fester und wichtiger Bestandteil des Schultages. Bis 13 Uhr wurde weiter unterrichtet. Der Schulalltag festigte sich bei uns zunehmend und ich empfand große Freude daran, die SchülerInnen und LehrerInnen besser kennenzulernen.

Besonderheiten unseres Aufenthaltes in Gambia waren der Besuch der Paten, das währenddessen stattfindende Sportfest und Fußballturnier, über das bereits berichtet wurde. Für Linda und mich bot sich zudem die Gelegenheit an der Independence Celebration Feier aller Kindergärten Gambias teilzunehmen. Schon die Vorbereitungen auf diesen großen Tag, der am 22.03. in Sibanor begangen werden sollte, waren aufregend. Eigens für diesen Tag ließen jeder Lehrer und jede Lehrerin, sowie einige Mitarbeiter ein einheitliches Gewand schneidern. Alleine die Auswahl des verwendeten Stoffes dauerte einige Besprechungen lang, die während der Pausen in dem Lehrerraum geführt wurden. Nachdem der Stoff bestellt und verteilt worden war, ging es auch für Linda und mich zu dem Schneider einer Lehrerin. Es wurde ausgemessen, anprobiert und nachgebessert, bis alles perfekt saß und wir in traditionellen gambianischen Kleidern bewundert werden konnten.

Der feierliche Tag war endlich gekommen und wir konnten, nachdem Stühle, Geschirr und alles für das leibliche Wohl gepackt worden war, unsere 1 ½ stündige Fahrt in das Landesinnere nach Sibanor beginnen. Dort angekommen, gab es eine kleine Stärkung und wir konnten uns für den Hauptteil der Feierlichkeiten, einen Marsch aller Kindergärten, vorbereiten. Dafür hatten die zuvor ausgewählten Kinder des Kindergartens Wochen geübt, damit sie im Gleichschritt marschieren konnten. Wir hatten auch fleißig geübt. Es war spannend all die anderen Kindergärten zu sehen. Zu unserer Freude trafen wir die Kindergärten Bottrop, Meschede und Erfurt. Nach dem Marsch genossen wir das frisch zubereitete Mittagessen unserer Schulköchin, die extra mitkam. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir bei Baobabsaft und Limonade unter einem Mangobaum, da die Hitze an diesem Tag selbst für die Einheimischen enorm war. Ein interessanter Tag neigte sich dem Ende zu, ebenso wie unsere Praktikumszeit in Brikama.

Es waren zwei lehrreiche, interessante und schöne Monate in diesem für uns exotischen Land. Dank des Vereins Kindergarten Wattenscheid konnten wir unvergessliche Momente erleben und einen Austausch über Kultur und Wissen fördern.

Für praktische Tipps kann folgende Seite besucht werden:
http://outofgambia.jimdo.com/tips-and-tricks-by-ana-and-linda

Gambia aktuell – Meldungen aus dem Kindergarten (20.09.2014)

Der Kindergarten

Seit dem 15. September läuft der Kindergartenbetrieb wieder wie gewohnt. Regenzeit und Ferien sind vorüber und die neu aufgenommenen Kinder gewöhnen sich nach und nach an die für sie neue Lebenssituation. Essa Jatta, seit 30 Jahren in unseren Diensten, ist in Rente gegangen. Zum Nachfolger bestimmte das Komitee vor Ort einen seit einem Jahr als Aushilfe tätigen Lehrer. Im Mai war unerwartet Isatou Saidy verstorben, die hauptverantwortlich zusammen mit einer Kollegin die Erstklässler betreute. Sie wird zunächst alleine die Arbeit fortführen. Wie Essa Jatta ist auch der Koran-Lehrer Yahya Kanteh jetzt im Ruhestand und wird laut Komitee-Beschluss nicht ersetzt. Ebrima Camara wird seine Aufgaben mitübernehmen.

Neubau

Zu Beginn der Ferien wurden die beiden neuen Wohnungen bezogen. Eine von David Mendy (Lehrer) mit Familie, die andere von unserem Dental-Assistenten Pamodou Badjie mit Frau und Kindern. Somit ist das Gelände nach Hawas Umzug wieder rund um die Uhr bewohnt, was der allgemeinen Sicherheit dient.

Zusätzlicher Bus

In diesen Tagen geht ein zweiter „Bus“, gespendet von der Fa. Gerhard Ruth, auf die Seereise nach Gambia. Am 4. Oktober wird er voraussichtlich Banjul erreichen. Nach dem Einbau von Sitzbänken können dann mehr Kinder als bislang gleichzeitig Ausflüge starten. Auch die Paten werden bei Ausflügen davon profitieren. Herzlichen Dank sagen wir der Firma Ruth.

Ebola in Gambia

Während es im benachbarten Senegal einige Fälle von Ebola-Infektionen gibt, ist Gambia nach offiziellen Angaben bislang verschont geblieben. Über mögliche Konsequenzen für unsere Patenfahrt im März 2015 etwas zu sagen, wäre verfrüht. Wir müssen die Entwicklung bis Jahresende beobachten. In einer E-Mail beschreibt Hawa, welche vorbeugenden Maßnahmen durch das Komitee im Kindergarten getroffen wurden. Diese gehen von strengerer Hygiene bei der Reinigung der Toiletten, über das Auslegen von Seife und Desinfektionsmitteln, das Verbot, mit Händen zu essen statt der Benutzung von Löffeln, bis zur besseren Reinigung von Essgeräten, Tassen, Tellern, Schüsseln und allem mit dem die Kinder regelmäßig in Berührung kommen. Unabhängig davon, wieweit diese Maßnahmen erfolgreich sind, zeugen sie doch davon, dass der Ernst der Situation erfasst ist und die Bereitschaft besteht, selber bei der Bekämpfung der Seuche mitzuhelfen.