Gambia Aktuell (November 2014)

 

Momodou Samateh gestorben

Für alle unfassbar verstarb am 21. Oktober 2014 der langjährige Leiter der Technical High-School im „Kinderdorf Bottrop“, Momodou Samateh. 25 Jahre lang hatte er die Gründung und den Aufbau der Bottrop School führend mitgeprägt. Seiner Familie gilt unser tiefes Mitgefühl.
Für alle, die jemals an einer Patenfahrt teilnahmen, ist Momodou ein Begriff. Wenn irgendwie möglich, ließ er es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Hawa und anderen die Ankömmlinge am Flughafen zu begrüßen und während ihres Aufenthaltes zu begleiten. Wir alle werden ihn sehr vermissen.

 

Fahrzeug ausgeraubt

Wie im September-Bericht erwähnt hat der Verein einen weiteren Kleinbus für den Kindergarten nach Gambia geschickt. Das Fahrzeug ist am 14. Oktober auch gut dort angekommen, leider war jedoch die gesamte Beiladung bestehend aus Ersatzrädern, Beschriftungs-Folien für die Autos, einigen Fahrrädern und besonders wichtig Material für die Dentalstation wie Zahn-Füllungen, eine UV-Lampe, Zahntupfer, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel etc. gestohlen worden. Selbst das Autoradio wurde ausgebaut.

Bericht von Ana Kurzrock, Praktikantin im Kindergarten im Februar 2014

Gambia – das kleinste Land Afrikas und mein größtes Abenteuer. Am 08.02.2014 ging die große Reise los. Nach einigen Stunden Flug kamen Linda (sie berichtete in ihrem Blog http://outofgambia.jimdo.com über unser Praktikum) und ich am Banjul Airport an. Dort wurden wir von Hawa, der Schulleiterin des Kindergartens Wattenscheid, bereits erwartet. Auf der Fahrt zu dem Kindergarten konnten wir schon erste Eindrücke sammeln. Besonders erstaunt war ich darüber, dass Schafe, Ziegen und wie ich später feststellte auch Kühe frei auf der Straße umher laufen konnten.

Unsere Ankunft auf dem Gelände des Kindergartens ließ mich über die Größe des Gästehauses staunen. Nachdem wir uns unsere Zimmer ausgesucht hatten und unsere neuen ungeliebten Mitbewohner – die Spinnen – verscheucht hatten, ging unser erster Tag in Brikama zu Ende.

Nach einem Ruhetag begann am Montag um 8 Uhr die Schule. Die Kinder waren sehr neugierig. Sie kamen auf uns zu und schüttelten uns höflich die Hände. Auch die Lehrer begrüßten uns freundlich. In der all montag- und freitagmorgens stattfindenden Assembly, einer Versammlung, wurden wir den SchülerInnen und LehrerInnen vorgestellt. Wir wurden mit einstudierten Liedern herzlich willkommen geheißen. Danach wurde uns das Schulgelände gezeigt. Unser erster Praktikumstag in den Klassen konnte beginnen. Ich begleitete die Klasse Level One Red. Die Klassen sind in drei Stufen (Level One, Level Two und Level Three), sowie in fünf Parallelklassen, die nach den Farben rot (red), grün (green), blau (blue), weiß (white) und gelb (yellow) eingeteilt.

Der Schultag gestaltet sich wie folgt: Zunächst wird die Anwesenheit der SchülerInnen geprüft. Der Vormittag wird vor allem mit dem Singen sogenannter Jolly phonics verbracht. Dies sind Lieder, in denen ein Buchstabe und dessen Laut erlernt wird. Am späten Vormittag findet das Frühstück statt. Es findet in der eigens dafür errichteten Halle statt. Ich durfte das Geschirr aus der Klasse dorthin bringen, das Essen aus der Küche holen und den Kindern verteilen. Es gab drei wechselnde Gerichte: Milchbrei, Hirsebrei mit Butter und ein Bohnen-Fisch-Eintopf. Nach dem Frühstück folgt das Zähneputzen. Dies ist ein fester und wichtiger Bestandteil des Schultages. Bis 13 Uhr wurde weiter unterrichtet. Der Schulalltag festigte sich bei uns zunehmend und ich empfand große Freude daran, die SchülerInnen und LehrerInnen besser kennenzulernen.

Besonderheiten unseres Aufenthaltes in Gambia waren der Besuch der Paten, das währenddessen stattfindende Sportfest und Fußballturnier, über das bereits berichtet wurde. Für Linda und mich bot sich zudem die Gelegenheit an der Independence Celebration Feier aller Kindergärten Gambias teilzunehmen. Schon die Vorbereitungen auf diesen großen Tag, der am 22.03. in Sibanor begangen werden sollte, waren aufregend. Eigens für diesen Tag ließen jeder Lehrer und jede Lehrerin, sowie einige Mitarbeiter ein einheitliches Gewand schneidern. Alleine die Auswahl des verwendeten Stoffes dauerte einige Besprechungen lang, die während der Pausen in dem Lehrerraum geführt wurden. Nachdem der Stoff bestellt und verteilt worden war, ging es auch für Linda und mich zu dem Schneider einer Lehrerin. Es wurde ausgemessen, anprobiert und nachgebessert, bis alles perfekt saß und wir in traditionellen gambianischen Kleidern bewundert werden konnten.

Der feierliche Tag war endlich gekommen und wir konnten, nachdem Stühle, Geschirr und alles für das leibliche Wohl gepackt worden war, unsere 1 ½ stündige Fahrt in das Landesinnere nach Sibanor beginnen. Dort angekommen, gab es eine kleine Stärkung und wir konnten uns für den Hauptteil der Feierlichkeiten, einen Marsch aller Kindergärten, vorbereiten. Dafür hatten die zuvor ausgewählten Kinder des Kindergartens Wochen geübt, damit sie im Gleichschritt marschieren konnten. Wir hatten auch fleißig geübt. Es war spannend all die anderen Kindergärten zu sehen. Zu unserer Freude trafen wir die Kindergärten Bottrop, Meschede und Erfurt. Nach dem Marsch genossen wir das frisch zubereitete Mittagessen unserer Schulköchin, die extra mitkam. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir bei Baobabsaft und Limonade unter einem Mangobaum, da die Hitze an diesem Tag selbst für die Einheimischen enorm war. Ein interessanter Tag neigte sich dem Ende zu, ebenso wie unsere Praktikumszeit in Brikama.

Es waren zwei lehrreiche, interessante und schöne Monate in diesem für uns exotischen Land. Dank des Vereins Kindergarten Wattenscheid konnten wir unvergessliche Momente erleben und einen Austausch über Kultur und Wissen fördern.

Für praktische Tipps kann folgende Seite besucht werden:
http://outofgambia.jimdo.com/tips-and-tricks-by-ana-and-linda

Gambia aktuell – Meldungen aus dem Kindergarten (20.09.2014)

Der Kindergarten

Seit dem 15. September läuft der Kindergartenbetrieb wieder wie gewohnt. Regenzeit und Ferien sind vorüber und die neu aufgenommenen Kinder gewöhnen sich nach und nach an die für sie neue Lebenssituation. Essa Jatta, seit 30 Jahren in unseren Diensten, ist in Rente gegangen. Zum Nachfolger bestimmte das Komitee vor Ort einen seit einem Jahr als Aushilfe tätigen Lehrer. Im Mai war unerwartet Isatou Saidy verstorben, die hauptverantwortlich zusammen mit einer Kollegin die Erstklässler betreute. Sie wird zunächst alleine die Arbeit fortführen. Wie Essa Jatta ist auch der Koran-Lehrer Yahya Kanteh jetzt im Ruhestand und wird laut Komitee-Beschluss nicht ersetzt. Ebrima Camara wird seine Aufgaben mitübernehmen.

Neubau

Zu Beginn der Ferien wurden die beiden neuen Wohnungen bezogen. Eine von David Mendy (Lehrer) mit Familie, die andere von unserem Dental-Assistenten Pamodou Badjie mit Frau und Kindern. Somit ist das Gelände nach Hawas Umzug wieder rund um die Uhr bewohnt, was der allgemeinen Sicherheit dient.

Zusätzlicher Bus

In diesen Tagen geht ein zweiter „Bus“, gespendet von der Fa. Gerhard Ruth, auf die Seereise nach Gambia. Am 4. Oktober wird er voraussichtlich Banjul erreichen. Nach dem Einbau von Sitzbänken können dann mehr Kinder als bislang gleichzeitig Ausflüge starten. Auch die Paten werden bei Ausflügen davon profitieren. Herzlichen Dank sagen wir der Firma Ruth.

Ebola in Gambia

Während es im benachbarten Senegal einige Fälle von Ebola-Infektionen gibt, ist Gambia nach offiziellen Angaben bislang verschont geblieben. Über mögliche Konsequenzen für unsere Patenfahrt im März 2015 etwas zu sagen, wäre verfrüht. Wir müssen die Entwicklung bis Jahresende beobachten. In einer E-Mail beschreibt Hawa, welche vorbeugenden Maßnahmen durch das Komitee im Kindergarten getroffen wurden. Diese gehen von strengerer Hygiene bei der Reinigung der Toiletten, über das Auslegen von Seife und Desinfektionsmitteln, das Verbot, mit Händen zu essen statt der Benutzung von Löffeln, bis zur besseren Reinigung von Essgeräten, Tassen, Tellern, Schüsseln und allem mit dem die Kinder regelmäßig in Berührung kommen. Unabhängig davon, wieweit diese Maßnahmen erfolgreich sind, zeugen sie doch davon, dass der Ernst der Situation erfasst ist und die Bereitschaft besteht, selber bei der Bekämpfung der Seuche mitzuhelfen.

Vor den „großen Ferien“: Kindergarten-Entlassungsfeier

Wenn Wolken und Regengüsse häufiger und heftiger werden, steht die Regenzeit in Gambia unmittelbar bevor und damit der Beginn der dreimonatigen Kindergarten- und Schulferien.

Am 18. Juli war es soweit; dann schloss auch unser Kindergarten für 3 Monate seine Tore und eine ungewohnte Stille breitet sich aus. Kein fröhliches Kinderlachen ist mehr zu hören und die Spiel- und Schaukelgeräte sind verwaist.

Durch den Bezug der beiden neuen Wohnungen durch Pamodou (Dentist) und David (Lehrer) mit ihren Familien wird das Gelände aber wieder ganzjährig bewohnt sein, was auch der Sicherheit eventueller Praktikantinnen und Gäste dient.

In den letzten Wochen vor den Ferien wurden die neuen Kinder registriert und aufgenommen und die „alten“ in einer Abschlussfeier mit Zeugnissen und in feierlicher Kleidung in die Primary School entlassen. Wie kleine Doktoranten in ihren Gewändern und mit ihren Hüten auf dem Kopf sehen sie aus und sind mächtig stolz.

Parallel hierzu wurden die Namen der Kinder ermittelt, die in diesem Jahr durch das Komitee aufgrund ihrer Leistungen zur Förderung ausgewählt wurden. Diesmal werden es sogar 11 Kinder sein, wegen einer Leistungsgleichheit in einer der 5 Klassen.

Am 15. September öffnet der Kindergarten dann wieder seine Tore. Bis dahin werden wie in allen Jahren zuvor mit Pinsel und Hammer die Folgen der Regenzeit beseitigt sein. Das neue Schuljahr beginnt!

Neubau so gut wie abgeschlossen! Wohnungen vermutlich noch im April bezugsfertig

Es sind kaum mehr als sieben Monate vergangen, seit Hawa in ihr neues Heim umgezogen ist und das Gebäude auf dem Kindergartengelände, in dem sie bis dahin gewohnt hatte, abgerissen wurde. Der Neubau ist inzwischen weit fortgeschritten: Wände und Fußböden sind gefliest, die Stromversorgung ist geschaltet und Bäder und Toiletten bald fertig.

Zwei Wohnungen sind entstanden: Eine für einen Lehrer unseres Kindergartens mit seiner zukünftigen Familie, eine andere wird der Leiter unserer Dentalstation beziehen.

Schon bald werden die Räume mit Leben erfüllt sein. Dann ist auch das Kindergartengelände wieder rund um die Uhr bewohnt, was für zukünftige Praktikantinnen angenehm und für die Sicherheit wichtig ist. Miete werden die beiden Familien nicht zahlen müssen, wohl aber ihren Stromverbrauch. Für die Instandhaltung inklusive kleinerer Reparaturen müssen sie ebenfalls geradestehen.

Die letzten Fotos geben einen guten Einblick, was da in relativ kurzer Zeit entstanden ist.

Wenn dann zu dem Beginn der Regenzeit noch die Dentalstation ein neues Dach (termitensicher und vor allem dicht) bekommen hat, ist vorerst der letzte Abschnitt der Gebäudesanierungen getan. Bis auf die alljährlich nach der Regenzeit anstehenden Reparaturen und Malerarbeiten dürfte zunächst einmal Ruhe sein.

Arbeit gibt es jedoch immer mehr als genug, sei es im Schulgarten, bei den Reparaturen der Spielgeräte oder allgemein auf dem Gelände.

Es ist schön mit anzusehen, wie sich alles Schritt für Schritt entwickelt hat.
Jeder muss auf seine Weise etwas zum Erhalt des Ganzen im Interesse der Kinder beitragen.

Dank sagen wir erneut allen Paten und Sponsoren, ohne die das alles nicht möglich wäre.

 

Patenreise 2014: Über Praktikantinnen, Fußball und den Blog

 

Nur klein war die Gruppe, die im März nach Gambia aufbrach, um unseren Kindergarten und andere Projekte zu besuchen und um Land und Leute kennen zu lernen.

Nach und nach hatten sich mehrere Reisewillige entschlossen, die Reise zu verschieben, um im Jubiläumsjahr 2015 mit dabei zu sein. Dann nämlich feiert nicht nur unser Kindergarten seinen 35. Geburtstag, auch der Kindergarten Bottrop wird 30 Jahre alt und die Technical High School besteht 25 Jahre.

So galt unser Besuch u. a. auch unseren zur Zeit dort tätigen Praktikantinnen Linda Weinert und Ana Kurzrock sowie verschiedenen Ausflügen. Es waren schöne Tage!

Auch das diesjährige Fußball-Pokalspiel zwischen den Jung-Kickern von Wattenscheid und Bottrop wurde ausgetragen. Unsere Spieler konnten den Pokal durch ein 4:0 im Sechsmeterschießen verteidigen.

In einem eigenen Blog berichtet Linda über ihre tägliche Arbeit im Kindergarten, ihre Erfahrungen und von unseren gemeinsamen Ausflügen. Schaut mal nach!

Link zum Blog: http://outofgambia.jimdo.com

 

Gambia aktuell: Neubau – Praktikantinnen – Blog – Patenfahrt

 

Neubau
Seit dem letzten Bericht sind nahezu zwei Monate vergangen und der Bau der beiden Wohnungen ist deutlich fortgeschritten: Die Innenwände sind geputzt und der Außenputz fast fertig. Wenn die Arbeiten weiterhin so glatt verlaufen (ein Lob den gambischen Arbeitern und Unternehmern) werden die Wohnungen voraussichtlich im März 2014 bezugsfertig sein.

Zwischenzeitlich hat das Komitee vor Ort auch entschieden, wer die neuen Bewohner sein werden, nämlich ein seit kurzer Zeit verheirateter Lehrer des Kindergartens sowie der ‘Dentist‘ unserer Zahnstation. Dann wird auch wieder in den Nachtstunden das Gelände bewohnt sein.
 

Praktikantinnen und Blog
Am 8. Februar 2014 sind unsere beiden Praktikantinnen Linda und Ana im Kindergarten angekommen, wo sie bis zum 4. April 2014 ein Praktikum absolvieren werden.

Für Interessierte berichtet Linda unter outofgambia.jimdo.com in ihrem Blog über ihre Erlebnisse und Gedanken in Gambia und im Kindergarten.
 

Patenfahrt
Und dann startet am 5. März 2014 wiederum eine kleine Gruppe von sechs Leuten zur diesjährigen Patenfahrt in Richtung Gambia. Im nächsten Jahr, dem Jubiläumsjahr für Wattenscheid und Bottrop, werden es mit Sicherheit wieder wesentlich mehr Reisewillige sein. Toi Toi und guten Flug

Bericht aus Gambia (November 2013): Schulanfang und Mauersteine

 

Die Ferien sind vorüber, und die Schulen haben wieder begonnen. Auch unser Kindergarten hat den Betrieb wieder aufgenommen, und fröhliche Kinderstimmen erfüllen lautstark die Luft.

Unsere Leiterin Hawa Sanneh ist zwischenzeitlich in ihr neues Heim umgezogen, und das alte Gebäude steht leer. Dennoch herrscht reges Treiben auf dem Gelände.

Jede Menge Mauersteine, aus Sand und Zement geformt, liegen zum Trocknen und Aushärten in der Sonne. Von Zeit zu Zeit werden sie mit Wasser befeuchtet, um Risse zu vermeiden. Zeitgleich hatte ein Bautrupp damit begonnen, das alte Gebäude abzureißen und Platz zu schaffen für einen Neubau mit zwei Wohneinheiten mit Terrasse an alter Stelle.

Die Vorarbeiten sind abgeschlossen und die ersten Mauern stehen bereits. Läuft alles nach Zeitplan, so soll der Rohbau Ende November stehen und im Dezember mit den Innenarbeiten und Fenstern begonnen werden.

Mitte November konnte bereits mit dem Kauf von Holz, Balken, Blech und anderem Baumaterial für die Errichtung des Daches begonnen werden.

Anfang Dezember werden Gerd Ruth und Willi Bruchhausen nach Gambia fliegen, im Gästehaus wohnen und sich vor Ort davon überzeugen, ob alle Arbeiten nach Vorgabe und Plan verlaufen.

Auch Mauerwerk- und Gebäudeschäden durch die Regenzeit und Verwitterung werden zurzeit behoben und erhalten den jährlichen frischen Anstrich. In diesem Jahr soll auch das Gästehaus von innen einen neuen Anstrich bekommen.

Wenn im Februar/März 2014 wieder zwei Praktikantinnen für acht Wochen im Kindergarten und im März 2014 eine kleine Gruppe von Paten vor Ort sein werden, wird die meiste Arbeit getan sein.

Gambia-Projekt – Viel mehr Bewerber als Plätze (WAZ-Artikel vom 17.08.2013)

 

 

Wattenscheid. Vier Wochen Urlaub stehen ihr im Jahr zur Verfügung. Einen Großteil davon verbringt Hawa Sanneh in Deutschland, einen anderen in England. Dort also, wo ihre Kinder leben. Und wenn die Leiterin des „Kindergartens Wattenscheid“ in Gambia schon einmal nach Europa aufbricht, lässt sie sich einen Besuch in der Hellwegstadt nicht nehmen. So auch jetzt. Beim Gambia-Stammtisch im Höntroper Kolpinghaus berichtete Sanneh von dem, was sich in letzter Zeit alles im gambianischen Brikama getan hat.

Neue Zahnbehandlungen möglich
„Wir konnten in diesem Jahr zum ersten Mal den Grundschulbesuch von zehn Kindern finanzieren. Bei entsprechender Leistung ist sogar eine weitere Förderung möglich“, schilderte die 56-Jährige. Außerdem mache eine Kooperation mit der Universität Witten-Herdecke einen Ausbau der medizinischen Versorgung im Kindergarten möglich – vor allem im Rahmen von Zahnbehandlungen seien vermehrt studentische Hilfskräfte vor Ort in Gambia.

Hawa Sanneh ist seit 1987 Lehrerin und heuer Leiterin des Kindergartens. Somit hat sie auch die bauliche Entwicklung so ziemlich von Anfang an mitverfolgt. Gab es zunächst nur eine große Halle, lernen die Kinder mittlerweile in getrennten Klassenzimmern. Erst kürzlich sei, so erklärte die Besucherin aus Gambia, zudem ein neuer Speisesaal in Betrieb genommen worden. Für den Herbst gelte es, ein weiteres Bauprojekt zur Unterbringung der Mitarbeiter zu verwirklichen. Insgesamt 450 Kinder besuchen derzeit die Einrichtung und werden von 36 Betreuern versorgt. „Jahr für Jahr haben wir rund 200 bis 250 Bewerber. Aber wir können nur 150 Kinder aufnehmen“, betonte Hawa Sanneh, dass das Wattenscheider Engagement in Afrika immer wichtiger werde.

Welchen Weg die Kinder aber nach ihrer Zeit in der Einrichtung und der darauffolgenden Schulzeit gehen, konnte Sanneh nicht pauschal sagen. Die Lage sei schwierig: „Wir haben in Gambia keine große Industrie, kleine Handwerker arbeiten stattdessen selbstständig. Auch Bürojobs gibt es nur wenige.“

Dazu komme die politische Situation. Unter der Militärregierung habe die Opposition keinerlei Einfluss, es herrsche Willkür. „Auch wir als Kindergarten sind dem Kultusministerium unterstellt. Bis auf wenige Kontrollen lässt man uns aber weitestgehend in Ruhe und unsere Arbeit tun“, berichtete Hawa Sanneh.

von Christoph Becker

 

Schülerförderprogramm beginnt nun doch schon in diesem Jahr

 

Noch im Juni-Bericht aus Gambia sah es danach aus, dass unser Förderprogramm erst vom Schuljahr 2014/15 an realisiert werden könnte. Erfreulicherweise steht nun aber fest, dass schon mit dem Beginn des Schuljahrs 2013/14, wie geplant, erstmals 10 Kinder in den Genuss der Förderung kommen werden.

Die Liste mit den Namen der ausgewählten Kinder wurde uns durch das Komitee übermittelt, zusammengestellt nach den gemachten Vorgaben.

Wir danken allen mit der Auswahl beschäftigten Personen für Ihre Arbeit und freuen uns über den pünktlichen Start.